Sanierung ehem. Textilpflege Leipzig

Projektdaten

Region: Sachsen/ Deutschland
Auftraggeber: Bilfinger Berger Umwelt GmbH c/o Kurfürst Siebente Verwaltungs AG
Beteiligte: ARE Deutzen GmbH
Zeitraum: 11/2007 – 08/2008
Projektwert: 2 Mio. EUR

Ausgeführte Arbeiten

  • Entsorgung hochbelasteter Böden und Schlämme

Projektbeschreibung

Auf dem Gelände der ehem. Leipziger Textilwäsche wurden im Rahmen der Altlastenerkundung zwei Gruben, gefüllt mit PER– Schlamm lokalisiert, welche zur Ablagerung dieser Stoffe angelegt worden waren. Aufgrund der fehlenden Oberflächenversiegelung kam es durch versickernde Niederschlagswässer ständig zu einem Schadstoffaustrag aus diesen Gruben in das oberflächennahe Grundwasser. Weitere Voruntersuchungen zeigten, dass das Potential eines LCKW– Abbaus zu den für das Schutzgut Mensch relevanten Abbauprodukten CDCE und VC in den Bereichen der PER– Schlammgruben stark erhöht war.
Im Rahmen der Sanierungsmassnahme sollten die lösemittelhaltigen PER– Schlämme, die in der Leipziger Textilpflege als Abfall angefallen waren und an mehreren Stellen des Grundstückes vergraben/ verkippt wurden und auch die PER– Schlamm– Bodengemische und freie LHKW– Phase entfernt werden.
Chemische Untersuchungen ergaben Belastungswerte im Bereich der PER– Schlammgruben von rund 11.000 mg/kg LHKW. Weiterhin stellte sich heraus, dass auch das nicht mit PER– Schlamm durchsetzte Auffüllmaterial in erheblichen Umfang mit Lösungsmitteln belastet war. Die nachgewiesenen LHKW– Konzentrationen bewegten sich zwischen 100 und 2.000 mg/kg

Bauablauf

Aufgrund des hohen Gefährdungspotentials wurden weitgehende Maßnahmen im Rahmen des Arbeits- und Sicherheitsschutzes getroffen. Sämtliches, auf der Baustelle weisungsbefugte Personal musste den Nachweis BGR 128 nachweisen. Gewerbliche Mitarbeiter führten die Arbeiten unter Atemschutz durch, die Baumaschinen wurden mit Filterkabinen ausgestattet, die sicherheitstechnische Organisation vom externen SiGeKo überwacht.

Nach Aufbau und Bezug der BE wurden umfangreiche Baufeldvorbereitungsmassnahmen und Rodungsarbeiten durchgeführt. Die steil zur „Weißen Elster“ abfallenden Aushubbereiche am östlichen Rand des Grundstückes wurden mit Spundwänden gesichert.

Der Aushub der belasteten Materialien erfolgte mit konventionellen Baumaschinen. Mit einem 20 to Hydraulikbagger wurden Schlämme und Schlamm-Boden-Gemische entnommen und dem bereit stehenden Radlader in die Schaufel gefüllt. Mit diesem erfolgte der Quertransport zum gasdichten ARE-Container, welcher nach Befüllung umgehend geschlossen wurde. So konnten auftretende Emissionen auf sehr niedrigem Niveau gehalten werden. Mit saugenden und blasenden Bewetterungsanlagen wurde die Belastung auf dem Baufeld und für die Anwohner weiter minimiert.

Der Abtransport der befüllten gasdichten Container erfolgte vom Umschlagplatz aus mit Hakenliftfahrzeugen. Der überwiegende Teil der angefallenen Abfälle wurde in die thermischen Bodenbehandlungsanlage der ARE Deutzen GmbH in Deutzen verwertet. Ein kleiner, minder belasteter Teil des Bodens konnte mikrobiologisch behandelt werden.

Anfallende Wässer wurden über Pumpensümpfe in Stapelbehälter geleitet und anschließend mit Saugwagen der chemisch-physikalischen Reinigung zugeführt.

Die Leistungen wurden komplett durch einen Fachgutachter begleitet. Zusammen mit der Eigenüberwachung wurde die organoleptische Einstufung des Materials vor und während der Maßnahme vorgenommen. Durch Deklarationsanalytik sowie Sohl- und Stossbeprobung wurden Entsorgungswege und Sanierungsgrenzen festgelegt.