Wenn Schadstoffe im Drehrohrofen in die Gasphase übergehen, werden sie anschließend in einer mehrstufigen Abgasreinigungsanlage gezielt behandelt und weitgehend zerstört. Der gereinigte Abgasstrom verlässt die Anlage erst, nachdem er Entstaubung, thermische Nachverbrennung, Rauchgaswäsche und Aktivkohlefilter durchlaufen hat. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen zu diesem Prozess im Detail.
Wie werden Schadstoffe im Drehrohrofen in die Gasphase überführt?
Im Drehrohrofen werden kontaminierte Böden und mineralische Abfälle bei Temperaturen von bis zu etwa 600 °C unter Sauerstoffausschluss erhitzt. Durch diese thermische Desorption werden organische Schadstoffe wie MKW, BTEX, PAK, PCB, PFAS und chlorierte Kohlenwasserstoffverbindungen von den Feststoffpartikeln gelöst und in den gasförmigen Zustand überführt, ohne dass eine unkontrollierte Verbrennung stattfindet.
Der Sauerstoffausschluss ist dabei entscheidend: Er verhindert, dass die Schadstoffe im Ofen selbst unkontrolliert verbrennen und dabei möglicherweise neue Schadstoffe wie Dioxine oder Furane entstehen. Stattdessen werden die flüchtigen Verbindungen zusammen mit dem Prozessgas aus dem Drehrohrofen abgeleitet und gezielt der nachgeschalteten Abgasbehandlung zugeführt. Der behandelte Feststoff verlässt den Ofen als mineralisches Produkt, das die gesetzlichen Grenzwerte für eine ordnungsgemäße Entsorgung oder Verwertung erfüllt.
Was passiert mit dem schadstoffbeladenen Abgas nach der Desorption?
Das schadstoffbeladene Abgas aus dem Drehrohrofen wird unmittelbar einer mehrstufigen Abgasreinigungsanlage zugeführt. Diese umfasst typischerweise eine mechanische Entstaubung, eine thermische Nachverbrennung bei sehr hohen Temperaturen, eine Rauchgaswäsche sowie einen Aktivkohlefilter als letzte Reinigungsstufe.
In der Entstaubungsstufe werden feine Partikel und Stäube aus dem Gasstrom abgeschieden, bevor das Gas in die Nachverbrennungskammer gelangt. Dort wird das schadstoffbeladene Prozessgas bei Temperaturen von über 850 °C thermisch behandelt. Diese Nachverbrennung zerstört organische Schadstoffe, die die Desorptionsstufe als gasförmige Verbindungen verlassen haben. Anschließend kühlt das Rauchgas ab und durchläuft die Wäscherstufe, in der saure Gaskomponenten und wasserlösliche Verbindungen aus dem Abgasstrom herausgelöst werden. Den Abschluss bildet der Aktivkohlefilter, der verbleibende Spurenstoffe adsorbiert, bevor das gereinigte Gas über den Kamin in die Atmosphäre abgegeben wird.
Werden Schadstoffe vollständig zerstört oder nur verlagert?
Organische Schadstoffe wie PAK, MKW, BTEX, PCB und PFAS werden durch die Kombination aus thermischer Desorption und anschließender Nachverbrennung weitgehend zerstört, nicht lediglich verlagert. Die Hochtemperaturbehandlung in der Nachverbrennungskammer bricht die chemischen Bindungen dieser Verbindungen auf und wandelt sie in Verbrennungsprodukte wie Kohlendioxid und Wasser um.
Dennoch entstehen bei der Abgasbehandlung Reststoffe, die einer gesonderten Entsorgung bedürfen. Dazu gehören die abgeschiedenen Stäube aus der Entstaubungsstufe, das Waschwasser aus der Rauchgaswäsche sowie die verbrauchte Aktivkohle aus dem Filter. Diese Reststoffe werden nicht einfach entsorgt, sondern im Rahmen eines strukturierten Stoffstrommanagements klassifiziert und einer ordnungsgemäßen Verwertung oder Beseitigung zugeführt. Der wesentliche Unterschied zur bloßen Verlagerung liegt darin, dass die Schadstoffmenge und das Schadstoffvolumen durch die thermische Behandlung erheblich reduziert werden.
Wie werden Quecksilber und andere flüchtige Schwermetalle aus dem Abgas entfernt?
Quecksilber und andere flüchtige Schwermetalle stellen besondere Anforderungen an die Abgasreinigung, weil sie auch bei hohen Temperaturen gasförmig bleiben und nicht durch einfache Entstaubung abgeschieden werden können. Sie werden vor allem durch Adsorption an Aktivkohle aus dem Abgasstrom entfernt.
Quecksilber (Hg) ist einer der anspruchsvollsten Schadstoffe in der thermischen Bodenbehandlung, weil es bereits bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen verdampft und als elementares Quecksilber oder in organischen Verbindungen im Gasstrom vorliegen kann. Die Rauchgaswäsche kann wasserlösliche Quecksilberverbindungen teilweise aus dem Gasstrom herauslösen. Elementares Quecksilber hingegen wird primär durch den nachgeschalteten Aktivkohlefilter gebunden. Die Aktivkohle wird nach ihrer Beladung als Sonderabfall entsorgt. Für Böden mit hohen Quecksilbergehalten sind daher spezifische Betriebsparameter und ein engmaschiges Monitoring der Abgaswerte notwendig. Welche Annahmegrenzwerte und zugelassenen Abfallarten dabei gelten, ist in den Annahmegrenzwerten und genehmigten AVV-Schlüsseln dokumentiert.
Welche Emissionen verlassen die Anlage nach der Abgasreinigung noch?
Nach vollständiger Abgasreinigung verlassen im Wesentlichen Verbrennungsprodukte wie Kohlendioxid, Wasserdampf und Stickoxide die Anlage über den Kamin. Die Konzentrationen aller relevanten Schadstoffe müssen dabei die gesetzlich festgelegten Emissionsgrenzwerte der 17. Bundes-Immissionsschutzverordnung (17. BImSchV) einhalten.
Kontinuierliche Emissionsmessungen überwachen den Abgasstrom in Echtzeit. Gemessen werden unter anderem Staubgehalt, Kohlenmonoxid, Stickoxide, Schwefeldioxid, Chlorwasserstoff, organische Verbindungen sowie Schwermetalle. Überschreitet ein Messwert einen Grenzwert, greift die Anlagensteuerung automatisch ein. Die Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz verpflichtet den Anlagenbetreiber zu regelmäßigen Einzelmessungen durch zugelassene Messinstitute und zur Dokumentation aller Betriebsdaten. Dieses lückenlose Monitoring ist die Grundlage dafür, dass die Anlage trotz der komplexen Eingangsströme aus kontaminierten Böden und mineralischen Abfällen dauerhaft sicher und regelkonform betrieben werden kann. Informationen zum Qualitätsmanagement und den eingesetzten Zertifizierungen geben einen weiteren Einblick in die Betriebsstandards.
Wie die ARE Deutzen GmbH bei der sicheren Schadstoffbehandlung hilft
Die ARE Deutzen GmbH betreibt seit 1994 eine zugelassene thermische Bodenbehandlungsanlage in Westsachsen und verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Behandlung komplex kontaminierter mineralischer Abfälle. Das Unternehmen übernimmt die vollständige Verantwortung für den Schadstoffstrom, von der Anlieferung bis zur nachgewiesenen Entsorgung der Reststoffe.
Konkret bietet die ARE Deutzen folgende Leistungen:
- Thermische Desorption im Drehrohrofen bei bis zu etwa 600 °C unter Sauerstoffausschluss, abhängig von Material und Schadstoffbelastung
- Zulassung für ein breites Schadstoffspektrum: Hg, MKW, BTEX, PAK, PCB, PFAS/PFOS, PCDD/PCDF, Cyanide, Nitroaromaten und chlorierte Kohlenwasserstoffe
- Mehrstufige Abgasreinigung mit Entstaubung, Nachverbrennung, Rauchgaswäsche und Aktivkohlefilter
- Kontinuierliche Emissionsüberwachung und Dokumentation gemäß BImSchG
- Stoffstrommanagement für Reststoffe aus dem Reinigungsprozess
- Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb (EfB) sowie nach ISO 9001, 14001, 50001 und 18001
Wenn Sie einen kontaminierten Standort sanieren oder mineralische Abfälle sicher entsorgen möchten, sprechen Sie die ARE Deutzen direkt an. Die Ansprechpartner beraten Sie zu Anlieferungsbedingungen, zugelassenen Abfallarten und dem weiteren Vorgehen.