Thermische Behandlung von HCH kontaminiertem Boden

Projektdaten

Region: Deutschland
Auftraggeber: Chemieindustrie
Beteiligte Niederlassungen: ARE Deutzen GmbH Behandlungsanlage Deutzen
Zeitraum: Oktober 2010—März 2014
Projektwert: vertraulich

Ausgeführte Arbeiten

  • Übernahme von HCH kontaminiertem Boden
  • Sicherer Transport des Bodens
  • Thermische Behandlung am Standort Deutzen
  • Entsorgung des behandelten Bodens

Projekthintergrund

Ein Chemieunternehmen betreibt an einem deutschen Standort seit 1949 ein Werk für die Produktion von chemischen Stoffen, zu denen in der Zeit zwischen 1954 und 1972 auch Lindan gehörte.

Bei dessen Herstellung fielen verschiedene Isomere von Hexachlorcyclohexan (HCH) an, von denen ausschließlich γ-HCH aufgrund seiner insektiziden Wirkung verkauft wurde. Die verbliebenen Rückstände (hauptsächlich die Isomere α-HCH, β-HCH und z. T. δHCH) wurden ursprünglich als Baumaterial in lokal abgegrenzten Teilen des Werkes zur Erhöhung der Geländeoberkante abgelagert. Durch Bautätigkeiten in den Folgejahren kam es jedoch zu unregelmäßigen Umlagerungen und Verschleppungen in das angrenzende Erdreich.

Ökotoxikologische und toxikologische Erkenntnisse der neueren Zeit ließen diese Stoffe inzwischen als ungeeignet für die Verwendung als Baumaterial erkennen. Ein Teil des Werkes wurde deshalb mittels Austausch der oben beschriebenen Auffüllung durch sauberes Material saniert.

Mehr als 10.000 t des HCH kontaminierten Bodens mit Belastungswerten von bis zu 10 000 mg/kg HCH (gemessen als EOX) und einem berechneten Chlorgehalt von bis zu 1% wurden zur thermischen Behandlungsanlage der ARE Deutzen GmbH transportiert.

Da HCH ein stark unangenehm riechendes Material ist, wurden Geruchsemissionen durch Ausgasen und Staubentwicklung durch die Zwischenlagerung in speziellen Hallen mit Hallenluftabsaugung minimiert. Die Behandlung des Bodens mittels thermischer Desorption ermöglichte eine anschließende Verwendung des gereinigten Bodens als Baustoff für Baumaßnahmen auf Deponiestandorten.

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