Sanierung Bitumenbecken Krumpa

Projektdaten

Region: Sachsen-Anhalt / Deutschland
Auftraggeber: GSA Grundstücksfonds Sachsen-Anhalt
Beteiligte Niederlassungen: ARE Deutzen GmbH
Bilfinger Berger Umwelt GmbH – GST Leipzig
Zeitraum: März 2006 – November 2007
Projektwert: 4.6 Mio. EUR

Ausgeführte Arbeiten

  • 19.400 t Bergung und Entsorgung von Bitumen
  • 12.800 t Bergung und Entsorgung von Säureharzen
  • 1.200 t Bergung und Entsorgung mineralischer Abfälle
  • 730 m³ Entsorgung Grubenwasser
  • 52.000 t Baugrubenverfüllung
  • 6.100 t Oberbodenabtrag

Projekthintergrund

Ein Chemieunternehmen betreibt an einem deutschen Standort seit 1949 ein Werk für die Produktion von chemischen Stoffen, zu denen in der Zeit zwischen 1954 und 1972 auch Lindan gehörte.

Bei dessen Herstellung fielen verschiedene Isomere von Hexachlorcyclohexan (HCH) an, von denen ausschließlich γ-HCH aufgrund seiner insektiziden Wirkung verkauft wurde. Die verbliebenen Rückstände (hauptsächlich die Isomere α-HCH, β-HCH und z. T. δ-HCH) wurden ursprünglich als Baumaterial in lokal abgegrenzten Teilen des Werkes zur Erhöhung der Geländeoberkante abgelagert.
Durch Bautätigkeiten in den Folgejahren kam es jedoch zu unregelmäßigen Umlagerungen und Verschleppungen in das angrenzende Erdreich.

Ökotoxikologische und toxikologische Erkenntnisse der neueren Zeit ließen diese Stoffe inzwischen als ungeeignet für die Verwendung als Baumaterial erkennen.
Ein Teil des Werkes wurde deshalb mittels Austausch der oben beschriebenen Auffüllung durch sauberes Material saniert.

Projektverlauf

Mehr als 10.000 t des HCH kontaminierten Bodens mit Belastungswerten von bis zu 10 000 mg/kg HCH (gemessen als EOX) und einem berechneten Chlorgehalt von bis zu 1% wurden zur thermischen Behandlungsanlage der ARE Deutzen GmbH transportiert.

Da HCH ein stark unangenehm riechendes Material ist, wurden Geruchsemissionen durch Ausgasen und Staubentwicklung durch die Zwischenlagerung in speziellen Hallen mit Hallenluftabsaugung minimiert.
Die Behandlung des Bodens mittels thermischer Desorption ermöglichte eine anschließende Verwendung des gereinigten Bodens als Baustoff für Baumaßnahmen auf Deponiestandorten.

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