Benzolfabrik Zeitz

Projektdaten

Region: Sachsen-Anhalt / Deutschland
Auftraggeber: GSA Grundstücksfonds Sachsen-Anhalt
Beteiligte Niederlassungen: ARE Deutzen GmbH
Bilfinger Berger Umwelt GmbH – GST Leipzig
Zeitraum: März 2006 – November 2007
Projektwert: 4.6 Mio. EUR

Ausgeführte Arbeiten

  • 19.400 t Bergung und Entsorgung von Bitumen
  • 12.800 t Bergung und Entsorgung von Säureharzen
  • 1.200 t Bergung und Entsorgung mineralischer Abfälle
  • 730 m³ Entsorgung Grubenwasser
  • 52.000 t Baugrubenverfüllung
  • 6.100 t Oberbodenabtrag

Projekthintergrund

Das Gelände des ehemaligen Mineralölwerkes ADDINOL Lützkendorf liegt am Südrand des bergbaulich geprägten Geiseltales im Landkreis Merseburg-Querfurt. Das Gelände grenzt im Südwesten an die Gemeinde Krumpa. Das Bitumenbecken gehört zum Altwerk des ehemaligen Mineralölwerkes. Die hierfür früher vorhandenen Tankhöfe wurden während des 2. Weltkrieges fast vollständig zerstört. In das entstandene „Becken“ wurde später Propanbitumen, teilweise mit Fremdanteilen, eingeleitet und war hier weitgehend ausgehärtet abgelagert.

Im Rahmen der Erkundung fanden sich in dem Becken Bitumen, Säureharze und Bleicherden (aushärtende Paraffin– und Gatschharze). An der Sohle wurden Bauschuttreste angetroffen. Die Basis der Ablagerungen bildeten sandige Auffüllungsmassen, teilweise vermischt mit Bitumenablagerungen.

In der immissionsschutzfachlichen Untersuchung wurden Gefährdungspotentiale für Mensch und Umwelt durch die folgenden Parameter festgestellt: organische Stoffe als Gesamt-C, BTEX mit hohem toxikologischen Wirkpotential, SO2, Gerüche, Staub, H2S.

Als Sanierungslösung galt die „Dekontamination der Altablagerung durch vollständige Entnahme der Abfallstoffe, deren Entsorgung, die Wiederverfüllung der Hohlform mit geeignetem mineralischen Material sowie Schutz der verfüllten Hohlform gegen Rekontamination aus dem umgebenden noch nicht sanierten Bereich sowie temporäre Abdeckung des rückverfüllten Bereiches“.

ARE Deutzen GmbH wurde in Arbeitsgemeinschaft mit Bilfinger Berger Umwelt GmbH und GICON GmbH beauftragt, die Planung und Sanierung der Maßnahme bis zur Erreichung der Sanierungsziele auszuführen.

Bauablauf

Aufgrund des hohen Gefährdungspotentials wurden weitgehende Maßnahmen im Rahmen des Arbeits– und Sicherheitsschutzes getroffen. Sämtliches, auf der Baustelle weisungsbefugte Personal musste den Nachweis BGR 128 erbringen. Gewerbliche Mitarbeiter führten die Arbeiten unter Atemschutz durch, die Baumaschinen wurden mit Filterkabinen ausgestattet und die sicherheitstechnische Organisation vom externen SIGEKO überwacht.

Die Bergung des Bitumen erfolgte konventionell mit marktüblicher Tiefbautechnik (Hydraulikbagger 30 t). Aufgrund der temperaturabhängigen Konsistenz und Tragfähigkeit der abgelagerten Massen erfolgte der Abtrag über die gesamte Mächtigkeit bis zur Basis der Ablagerung. Durch organoleptischen Befund erfolgte bereits beim Aushub eine erste Separierung zwischen Bitumen, Säureharzen und mineralischen Stoffen.

Das abgetragene Bitumen wurde in Sattel-LKW einer Verwertung zugeführt. Durch die teilweise thixotropen Eigenschaften des Materials verfestigte sich das lose Schüttgut während des Transportes. Vorgebeugt wurde diesem Prozess durch das vollständige Einölen der Ladeflächen vor dem Befüllen.

Nach erfolgreicher Bergung und Entsorgung der Abfälle erfolgte die lagenweise Verfüllung und Verdichtung des Hohlraumes mit standorttypischem Material. An der Oberfläche wurde in Anlehnung an die Umgebung Oberboden aufgebracht und anschließend begrünt, so dass sich der Standort auch zukünftig in das Landschaftsbild des entstehenden Geiseltalsees einfügt.

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